Altern (43)


Die Goldene Konfirmation als Initiation ins Altern

Wie kann Menschen der Eintritt ins Altern bewusst gemacht  und mit ihnen auch bewusst gestaltet werden? Wie kann er begangen werden? Die evangelische Kirche kennt die Goldene Konfirmation, sie kann als Initiation ins Altern verstanden werden. Ähnlich wird die grüne Konfirmation als Initiation ins Erwachsenenalter verstanden.

Unter soziologischem Aspekt kann der Gottesdienst zur Goldenen Konfirmation die Initiation eines Menschen ins Altern feiern, einen Statusübergang öffentlich bekunden, der sich im Lebensfeld des Einzelnen z. B. durch den Eintritt in den Ruhestand, Auszug der Kinder, dem Wechsel der Wohnung oder ähnlichem manifestiert. Die gesellschaftliche Dokumentation erleichtert dabei die persönliche Akzeptanz, befähigt durch Bewusstmachung zu neuer Rollenfindung, z. B. der Übernahme von Ehrenämtern oder dem Eingehen einer neuen Beziehung.

Wie kann mit der Wahrnehmung der eigenen Veränderungsprozesse im Alter umgegangen werden? Wie können Veränderungen so angenommen und integriert werden, dass sie das Persönlichkeitswachstum fördern und nicht hindern? Ziel der Goldenen Konfirmation wäre es, eine Akzeptanz der eigenen Lebensgeschichte, so wie sie gewesen ist und damit Versöhnung mit dem eigenen Leben zu erreichen. Es gilt auch das aus persönlicher Sicht Misslungene  in die eigene Lebenssicht als etwas Unausweichliches und Nötiges zu integrieren. In der Feier der Goldenen Konfirmation können diese Aspekte im persönlichen Schuldbekenntnis zur Sprache kommen, in der Gnadenzusage kann die Erfahrung gemacht werden, dass auch das Missglückte aufgehoben ist bei Gott.

Zuversicht und Trost als die Wirkungen des Geistes Gottes können den Altwerdenden in der Erkenntnis der Grenze menschlichen Daseins im Gottesdienst zuteil werden, zugleich mit der Möglichkeit, über diese Grenze hinauszuschauen.

Nicht zuletzt der bewusste Abschied von der reichen Fülle dieses Lebens in der Hoffnung auf die Fülle des neuen Lebens kann ihnen angeboten werden, um die weiteren Jahre, in Freude und Dankbarkeit über das Verbleibende zu leben.


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