Martin Bucer


Das Martin Bucer Haus, Jugend- und Gästehaus in Bad Dürkheim erinnert an einen weiteren großen Reformator. Martin Bucer wurde 1491 in Schlettstadt im Elsaß geboren. Seine Eltern waren arme Leute. Er trat in den Dominikanerorden ein, hier wurden seine Begabungen gefördert und er wurde 1517 in Mainz zum Priester geweiht. Er kam mit dem Gedankengut vom Erasmus von Rotterdam und Luther in Berührung, verließ den Orden und heiratet .In Straßburg trieb er die Reformation voran. Sein Einfluss reichte weit über Deutschland hinaus. Unter Seelsorge verstand Bucer Predigt, Lehre, Erziehung und Leitung, ein umfassendes Verständnis des Begriffs ist bei ihm zu finden. Besonderen Wert legte er auf den Hirtendienst der Gemeinde, der Seelsorge, die in Beziehung zum anderen geübt wird. Hirtenamt des Pfarrers und Hirtendienst der Gemeinde spielte er nicht gegeneinander aus, er sah sie als gleichberechtige Funktionen einer Kirche. Das Ziel der Seelsorge war für ihn die Sammlung und Erhaltung der Gemeinde Christ. Er unterschied fünf Gruppen, denen sein pastorales Interesse galt. Den einen, die der Kirche ganz verloren gegangen zu sein scheinen, sollte man sich widmen, um sie zurückzuführen in den Schoß der Kirche. Auch die, die nur zeitweise entfremdet sind, war die zweite Gruppe, um sie man sich bemühen solle. Die dritte, sind die Sünder in der Gemeinde. Hier ging es ihm in besonderem Maße um Einsicht in Verfehlungen, Buße und Vergebung. Die, die zur Kirche gehören, aber im Glauben schwach und verzagt geworden sind, sollte die Seelsorge Ermutigung zum Glauben bringen. Die wahrhaften Christen sind die fünfte Gruppe, die sollten immer wieder zum Glauben ermuntert und angehalten werden. Die Gruppierung erinnert mich an die moderne soziologische Kategorisierung so mancher Kirchenmitgliedsuntersuchung, die Kirchendistanzierte, traditionell und kulturell interessierten Mitglieder unterscheidet. Mit Bucers Schrift: „Von der wahren Seelsorge“ liegt eine theologisch und biblisch begründete Theorie der Seelsorge vor. Wichtig war ihm, dass alle Christen zu Seelsorge verpflichtet und berufen sind. Seelsorge als persönliches Gespräch auf einen Menschen zugeschnitten, hatte für ihn immer die Kirche und die Gemeinschaft als Kontext.


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