Seelsorge für Menschen mit besonderen Bedürfnissen


Pfarrer und Pfarrerinnen sind Seelsorger/innen, an die sich jeder mit seinen Sorgen und Nöten wenden kann. Für Menschen in bestimmten Lebens- oder Notsituationen, wie zum Beispiel alte oder kranke Menschen, Gehörlose oder Blinde, gibt es außerdem spezielle kirchliche Dienste, Einrichtungen und Ansprechpartner/innen. Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten, wissen mehr über die besondere Situation der Betroffenen und sind besonders ausgebildet. Ein Gehörlosen-Seelsorger beherrscht zum Beispiel die Gebärdensprache. Auch Menschen in Lebensformen, wie gleichgeschlechtliche Gemeinschaften, oder in bestimmten Berufsgruppen haben unter Umständen andere Bedürfnisse und brauchen eine gezielte Unterstützung. Dies bietet zum Beispiel die Schausteller-, Polizei- und Militär-Seelsorge. Für Schausteller oder Binnenschipper ist der verlässliche Kontakt besonders wichtig, da ihr Leben von ständigen Ortswechseln bestimmt wird. Das Kirchenschiff mit „ihrem“ Pastor erreicht verlässlich die Schifferfamilie, die ihr Kind an Bord taufen lassen will. Polizisten und Soldaten sind durch Kriseneinsätze belastet und werden mit Gewaltsituationen konfrontiert. Ein Seelsorger, der in diesem Feld arbeitet, ist deshalb informiert über die besondere Berufssituation und die Strukturen von Binnenschifffahrt, Polizei oder Militär.

Die Notfall-Seelsorge z.B. steht allen Menschen, ohne Ansehen von Religion oder Konfession, in akuten Notsituationen schnellstmöglich für Gespräche zur Verfügung. Sie arbeitet eng mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten zusammen und versteht sich als ein Bestandteil der Rettungskette, das bedeutet, dass die dortigen Abläufe, Vorschriften und Vorgehensweisen verbindlich zu beachten sind. Eine besondere Form der ausdifferenzierten Beratungsarbeit ist die Telefonseelsorge, die auch online- und Chatberatung anbietet. In allen diesem Bereich der Telefonseelsorge arbeiten vorwiegend geschulte und fortgebildete Ehrenamtliche. Persönliche Notlagen, plötzliche Todesfälle, Trennungen oder psychische Erkrankungen sind Anlässe dafür, dass Menschen zum Telefonhörer oder Handy  greifen und die bekannte Nummer der Telefonseelsorge wählen. Nicht selten ist ein Anruf bei der Telefonseelsorge der letzte Strohhalm für einen Menschen, der sich das Leben nehmen will.


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