Teresa von Avila


Den 500. Geburtstag von Teresa von Avila feiern wir in diesem Jahr. Sie lebte (1515-1582) in einer Zeit in Kastilien, die als Blüte der Spiritualität und des Betens angesehen werden konnte. Sie, die Mystikerin, die sich im Gebet zu Gott versenken und mit ihm verschmelzen konnte, war vielfach im kirchlichen Raum ihrer Zeit angefochten worden. Aber im Jahr 1970 wurde sie – als erste Frau in der Geschichte der Katholischen Kirche – zur Kirchenlehrerin ernannt. Was ist es, das an Theresa fasziniert? Früh interessierte sie sich für religiöse Dinge und als ihr im Alter von 13 Jahren die Mutter weg starb, beschloss sie ins Kloster zu gehen. Als ein Beziehungsmensch unterhielt sie viele auch schriftliche Kontakte mit Menschen, denen sie sich nahe fühlte, daher sind ca. 500 Briefe erhalten. Ihre im Gebet erfahrene Erkenntnis der eigenen inneren Gottverbundenheit wollte sie mit anderen teilen. Dieser intensiven Begegnung, diesen Gefühl spürte sie nach. Sie erlebte im tiefen Gebet und in der inneren Versenkung, ihre Möglichkeiten und ihre Fülle. Ihre Empfänglichkeit wurde durch eine Christuserscheinung, die sie in der Kirche hatte unterstützt. Viele Jahre hindurch dachte sie vor dem Einschlafen an Jesu Gebet auf dem Ölberg. Auf diese Weise fing sie an, das innere Beten zu üben und bald wollte sie ein eigenes Kloster gründen, in dem diese Art des Betens gepflegt würde. Am 24. August 1562 konnten die ersten Schwestern in das neu gegründete kleine Karmeliterinnenkloster einziehen, viele andere Klostergründungen folgten. Mit Jesus war sie im Gespräch, das gab ihr innere Kraft. „Wenn ein so guter Freund uns zur Seite steht, der so viel gelitten hat, kann man alles ertragen. Er hilft uns, gibt uns Kraft, verlässt uns nicht in unseren Nöten. Er ist wirklich ein treuer Freund“.

Theologie hatte sie nicht studiert und Bücher standen ihr nicht zur Verfügung, nicht einmal eine Bibel. Ihre Schriften waren von persönlichen Erfahrungen geprägt; sie schrieb unkompliziert, direkt, persönlich. Für sie war klar, dass man den Sinn des eigenen Lebens nicht durch Leistung erzwingen können würde, sondern, dass der Maßstab des Lebens das Lieben und Geliebtwerden ist. Geliebt ist der Mensch von Gott ohne Leistung und sein Auftrag ist es, die Liebe Gottes an alle Geschöpfe weiter zu geben. Seelsorge war für sie die Weitergabe der Liebe.


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